DRITTER AKT
Kanzlei des Gefängnisdirektors
Entreakt
EIN MANN
FROSCHS STIMME
MENSCHEN IM GEFÄNGNIS
FROSCH
FROSCH
ZAZA
FROSCH
ZAZA
FROSCH
GEFANGENER 1
FROSCH
GEFANGENER 3
FROSCH
EIN MANN
FROSCH
FROSCH
FRANK
Olga, komm her; Ida auch, alle beide. Ihr gefallt mir!
singt
Die Majestät wird anerkannt,
anerkannt rings im Land;
jubelnd wird Champagner
der Erste sie genannt!
Es lebe Champagner der Ers…
Pst!
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
ADELE
IDA
FRANK
FROSCH
IDA
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
ADELE
IDA
ADELE
FRANK
ADELE
FRANK
Spiel' ich die Unschuld vom Lande,
natürlich im kurzen Gewande,
so hüpf' ich ganz neckisch umher,
als ob ich ein Eichkatzerl wär';
und kommt ein saub'rer junger Mann,
so blinzle ich lächelnd ihn an,
durch die Finger zwar nur,
als ein Kind der Natur,
und zupf' an meinem Schürzenband –
so fängt man Spatzen auf dem Land.
Und folgt er mir, wohin ich geh',
sag' ich naiv: „Sie Schlimmer, Sie“,
setzt' mich zu ihm ins Gras sodann
und fang auf d'Letzt zu singen an:
Lalalalalala.
Wenn Sie das geseh'n,
müssen Sie gesteh'n,
es wär' der Schaden nicht gering,
wenn mit dem Talent, mit dem Talent,
ich nicht zum Theater ging!
Spiel' ich eine Königin,
schreit' ich majestätisch hin,
nicke hier und nicke da,
ja ganz, ja, in meiner Gloria!
Alles macht voll Ehrfurcht mir Spalier;
lauscht den Tönen meines Sangs,
lächelnd ich das Reich und Volk regier',
Königin par excellence!
Lalalalala!
IDA
die Trompete nachahmend
Tratatatatata …
FRANK
die Trommel nachahmend
Remm, pemm, plemm, prrr …
ADELE
Wenn Sie das geseh'n,
werden Sie gesteh'n,
es wär' der Schaden nicht gering,
wenn mit dem Talent
ich nicht zum Theater ging.
Spiel' ich 'ne Dame von Paris, ach!
die Gattin eines Herrn Marquis, ach!
da kommt ein junger Graf ins Haus, ach!
der geht auf meine Tugend aus, ach!
Zwei Akt' hindurch geb' ich nicht nach,
doch ach, im dritten werd' ich schwach;
da öffnet plötzlich sich die Tür,
o weh, mein Mann, was wird aus mir, ach!
„Verzeihung!“ flöt' ich, er verzeiht, ach,
zum Schlußtableau, da weinen d'Leut; ach!
FRANK
ADELE
IDA
ADELE
IDA
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
EISENSTEIN, FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
FROSCH
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FROSCH
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FROSCH
EISENSTEIN
FRANK
FROSCH
FROSCH
EISENSTEIN
BLIND
FROSCH
EISENSTEIN
BLIND
FROSCH
BLIND
FROSCH
BLIND
FROSCH
EISENSTEIN
FROSCH
EISENSTEIN
BLIND
EISENSTEIN
BLIND
EISENSTEIN
BLIND
EISENSTEIN
BLIND
EISENSTEIN
BLIND
EISENSTEIN
FRANK
ALFRED
FRANK
ALFRED
FRANK
ALFRED
ROSALINDE
ALFRED
ROSALINDE
ALFRED
ROSALINDE
ALFRED
FROSCH
EISENSTEIN
ROSALINDE
Ich stehe voll Zagen –
ALFRED
Um Rat ihn zu fragen,
EISENSTEIN
Pack' ich ihn beim Kragen,
ROSALINDE
was wird er mich fragen?
ALFRED
muß alles ihm sagen!
EISENSTEIN
so würd' er nichts sagen;
ROSALINDE
Darf ich wohl es wagen,
ALFRED
Warum denn verzagen?
EISENSTEIN
möcht' nieder ihn schlagen,
ROSALINDE
ihm alles zu sagen?
ALFRED
Wir werden ihm klagen
EISENSTEIN
doch darf ich's nicht wagen,
ROSALINDE
Diese Situation
erheischt Diskretion!
ALFRED
die Situation:
Er hilft uns dann schon.
EISENSTEIN
darf nicht einmal droh'n
dem frechen Patron!
ROSALINDE
Diese Situation
erheischt Diskretion!
ALFRED
die Situation:
Er hilft uns dann schon.
EISENSTEIN
darf nicht einmal droh'n
dem frechen Patron!
Jetzt bitte ich, die ganze Sache
mir haarklein zu erzählen,
nicht das Geringste zu verhehlen,
indes ich mir Notizen mache!
ROSALINDE
Der Fall ist eigentümlich,
wie Sie gleich werden seh'n.
ALFRED
Sogar verwickelt ziemlich,
das muß man eingesteh'n!
EISENSTEIN
Nun denn, so geben Sie zu Protokoll,
worin ich Sie verteid'gen soll!
ALFRED
Ein seltsam Abenteuer
ist gestern mir passiert:
man hat mich aus Versehen
hier in' Arrest geführt,
weil ich mit dieser Dame
ein wenig spät soupiert.
EISENSTEIN
Ein Glück, daß es so kam,
Sie handelten infam!
ALFRED
Was kommt denn Ihnen in den Sinn?
Sie soll'n mich ja verteid'gen.
EISENSTEIN
Verzeih'n Sie, wenn ich heftig bin;
der Gegenstand reißt so mich hin.
Ich wollt' Sie nicht beleid'gen, nein,
ich soll Sie ja verteid'gen!
ROSALINDE, ALFRED
Mein Herr Notar, das war fürwahr
sehr sonderbar! sehr sonderbar!
Nur ruhig Blut, denn solche Wut
macht sich fürwahr nicht gut!
macht sich nicht gut!
Gar nicht gut!
EISENSTEIN
Was ich erfahr', verwirrt fürwahr
mich ganz und gar!
D'rum ruhig Blut, ich muß die Wut
verbergen jetzt noch gut!
ja meine Wut
berg ich gut!
ROSALINDE
Das Ganze war ein Zufall,
nichts Übles ist passiert;
Doch würd' bekannt es werden,
wär' ich kompromittiert,
da sicher mich mein Gatte
für schuldig halten wird!
EISENSTEIN
Da hätt' er auch ganz recht:
Sie handelten sehr schlecht!
ROSALINDE
Was kommt denn Ihnen in den Sinn?
Sie soll'n mich ja verteid'gen!
EISENSTEIN
Verzeih'n Sie, wenn ich heftig bin,
der Gegenstand reißt so mich hin.
Ich wollt' Sie nicht beleid'gen, nein,
ich soll Sie ja verteid'gen!
ROSALINDE, ALFRED
Mein Herr Notar, das war fürwahr,
sehr sonderbar! sehr sonderbar!
Nur ruhig Blut, denn solche Wut
macht sich fürwahr nicht gut!
macht sich nicht gut!
Gar nicht gut!
EISENSTEIN
Was ich erfahr', verwirrt fürwahr
mich ganz und gar!
D'rum ruhig Blut, ich muß die Wut
verbergen jetzt noch gut!
ja meine Wut
berg ich gut!
Ich bitt' mir alles zu gesteh'n
und nichts zu übergeh'n.
Ist kein Detail mehr überseh'n,
ist weiter nichts gescheh'n?
ALFRED
Was sollen diese Fragen hier?
ROSALINDE
Mein Herr!
EISENSTEIN
Ich bitte zu gesteh'n,
ist weiter nichts gescheh'n?
ROSALINDE
Mein Herr, was denken Sie von mir?
Was sollen diese Fragen hier?
EISENSTEIN
Ich frag' Sie aufs Gewissen,
Ist weiter nichts gescheh'n?
Denn alles muß ich wissen,
alles muß ich wissen!
ROSALINDE, ALFRED
Mein Herr! Mein Herr! Mein Herr!
ROSALINDE
Es scheint fast, als empfinden Sie
für meinen Gatten Sympathie,
drum muß ich Ihnen sagen:
Ein Ungeheuer ist mein Mann,
und niemals ich vergeben kann
sein treulos schändliches Betragen.
Er hat die vor'ge ganze Nacht
mit jungen Damen zugebracht,
lebt herrlich und in Freuden!
Doch schenk' ich's nicht
dem Bösewicht,
und kommt er wieder mir nach Haus,
kratz' ich ihm erst die Augen aus
und dann lass' ich mich scheiden!
kratz' ich ihm erst die Augen aus
und dann lass' ich mich scheiden!
ROSALINDE, ALFRED, EISENSTEIN
Ich/Sie kratz'/kratzt ihm erst die Augen aus,
und dann lass'/läßt ich mich/sie sich scheiden!
und dann lass'/läßt ich mich/sie sich scheiden!
Ich/Sie kratz'/kratzt ihm erst die Augen aus,
und dann lass'/läßt ich mich/sie sich scheiden!
ALFRED
Da Sie alles wissen nun,
sagen Sie, was soll man tun?
Geben Sie uns Mittel an,
wie man diesem Ehemann
eine Nase drehen kann?
EISENSTEIN
Das ist zu viel!
ALFRED
Was soll das sein?
EISENSTEIN
Welch schändlich' Spiel!
ROSALINDE, ALFRED
Wa soll das sein?
Mein Herr, wozu dies Schrei'n?
EISENSTEIN
Erzittert, ihr Verbrecher!
Die Strafe bricht herein,
hier stehe ich als Rächer –
ich selbst bin Eisenstein!
ROSALINDE, ALFRED
Er selbst ist Eisenstein!
Er selbst ist Eisenstein!
EISENSTEIN
Ja, ja! Ich bin's, den ihr betrogen,
ja, ich bin's, den ihr belogen!
Aber rächen will ich mich
jetzt fürchterlich!
ROSALINDE
Hat er selbst mich doch betrogen,
treulos hat er mich belogen,
und nun tobt er, rächen will er sich!
ALFRED
Erst hat sie der Mann betrogen,
dann hat ihn die Frau belogen,
folglich hebt ja die Geschichte sich!
EISENSTEIN
Ja, ich bin's, den ihr betrogen,
ja, ich bin's, den ihr belogen!
Aber rächen, rächen will ich mich
ROSALINDE
Kein Verzeih'n,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Kein Bereu'n!
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Ich allein will Rache schrei'n, Rache!
ALFRED, EISENSTEIN
will Rache schrei'n, Rache!
ROSALINDE
Kein Verzeih'n, Herr Eisenstein,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
kein Bereu'n, Herr Eisenstein,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Rache schreie ich!
ALFRED, EISENSTEIN
will Rache fürchterlich!
ROSALINDE
So hören Sie mich endlich an!
ALFRED
So nehmen Sie Vernunft doch an!
EISENSTEIN
Sie wagen noch zu reden, Mann,
Und haben meinen Schlafrock an?
ALFRED
Dies ist Ihr Schlafrock, ich gesteh …
ROSALINDE
Verhängnisvoller Schlafrock, weh!
EISENSTEIN
Ha, dies Indizium
Macht sie beide blass und stumm!
ROSALINDE
Hat er selbst mich doch betrogen,
treulos hat er mich belogen,
und nun tobt er, rächen will er sich!
ALFRED
Erst hat sie der Mann betrogen,
dann hat ihn die Frau belogen,
folglich hebt ja die Geschichte sich!
EISENSTEIN
Ja, ich bin's, den ihr betrogen,
ja, ich bin's, den ihr belogen!
Aber rächen, rächen will ich mich
ROSALINDE
Kein Verzeih'n,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Kein Bereu'n!
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Ich allein will Rache schrei'n, Rache!
ALFRED, EISENSTEIN
will Rache schrei'n, Rache!
ROSALINDE
Kein Verzeih'n, Herr Eisenstein,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
kein Bereu'n, Herr Eisenstein,
ALFRED, EISENSTEIN
Der Eisenstein,
ROSALINDE
Rache schreie ich!
ALFRED, EISENSTEIN
will Rache fürchterlich!
ROSALINDE
Rache will ich, Rache will ich!
Rarararara Rache will ich!
ALFRED, EISENSTEIN
Rache will ich, Rache will ich!
Rarararara Rache will ich!
ROSALINDE
EISENSTEIN
ROSALINDE
EISENSTEIN
ROSALINDE
FALKE
ALFRED
FRANK
ALFRED
FRANK
ALFRED
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
ROSALINDE
ADELE
IDA
ADELE
IDA
ADELE
IDA
FRANK
FROSCH
ADELE, IDA
FRANK
ADELE
EISENSTEIN
FRANK
EISENSTEIN
FRANK
FROSCH
ALLE
FROSCH
ALLE
O Fledermaus, o Fledermaus,
laß endlich jetzt dein Opfer aus!
Der arme Mann, der arme Mann
ist gar zu übel dran!
EISENSTEIN
Woll'n Sie mir erklären nicht,
was soll bedeuten die Geschicht'?
Noch werd' ich nicht klug daraus.
FALKE
So rächt sich die Fledermaus!
ALLE
So rächt sich die Fledermaus! Doch
O Fledermaus, o Fledermaus,
laß endlich jetzt dein Opfer aus!
Der arme Mann, der arme Mann
ist gar zu übel dran!
EISENSTEIN
So erklärt mir doch, ich bitt'!
FALKE
Alles, was dir Sorgen macht,
war ein Scherz, von mir erdacht!
ALLE
Und wir alle spielten mit.
EISENSTEIN
Wie, der Prinz?
ORLOFSKY
Ich spielte mit!
EISENSTEIN
Und Adele?
ADELE
Ich spielte mit!
EISENSTEIN
zu Alfred
Ihr Souper?
ALFRED
War nichts als Mythe!
EISENSTEIN
Doch mein Schlafrock?
ROSALINDE
Requisite!
EISENSTEIN
Wonne, Seligkeit, Entzücken!
O, wie macht dies Wort mich froh!
Gattin, laß ans Herz dich drücken!
ALFRED
War auch nicht gleich alles so,
wir wollen ihm den Glauben,
der ihn beglückt, nicht rauben.
ADELE
Nun, und was geschieht mit mir?
FRANK
Bleiben im Arrest Sie hier,
will ich Sie als Freund und Vater
bilden lassen für's Theater.
ORLOFSKY
Nein, ich laß als Kunstmäzen
solch Talent mir nicht entgeh'n;
das ist bei mir so Sitte,
chacun à son goût!
ALLE
's ist mal bei ihm so Sitte,
chacun à son goût!
ROSALINDE
Champagner hat's verschuldet,
tralalalalalala,
Was wir heut' erduldet,
lalalalalalalala.
Doch gab er mir auch Wahrheit
und zeigt in voller Klarheit
mir meines Gatten Treue
und führte ihn zur Reue.
Stimmt ein, stimmt ein
und huldigt im Vereine,
dem König aller Weine!
dem König aller Weine!
ALLE
Stimmt ein! Stimmt ein! Stimmt ein!
ROSALINDE
Die Majestät wird anerkannt,
anerkannt rings im Land,
jubelnd wird Champagner
der Erste sie genannt!
ROSALINDE, ALLE
Die Majestät wird anerkannt,
anerkannt rings im Land,
jubelnd wird Champagner
der Erste sie genannt!